Soziale Arbeit

Meine Zeit als Sucht- und Gewaltpräventionstrainer

Schon während meinem Sozialpädagogik Studium war meine berufliche Orientierung bereits theoretisch festgelegt. Über das Medium Kampfsport wollte ich gelingende Jugendarbeit leisten und ein zur damaligen Zeit neues Instrument der Sucht- und Gewaltprävention anbieten. 

Jugendhaus Hammerschlag
Jugendhaus Hammerschlag

Lothar Kannenberg startete damals mit "Durchboxen im Leben e.V." das Pionierprojekt in Kassel. Eine ähnliche Idee schwebte mir damals auch vor, als ich 2005 aus meinem drei monatigen Gym Aufenthalt in Thailand zurück gekommen war. Meine Chance über den Boxsport Jugendarbeit zu leisten, bekam ich 2008 als in Schorndorf im Jugendhaus Hammerschlag ein Boxtrainer mit sozialpädagogischer Ausbildung gesucht wurde. 


Das Bild ist der Link zu den Zeitungsartikeln
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Zwischen Jugendlichen der ansässigen Mosche und jugendlichen Spätaussiedlern die das Jugendhaus für sich beanspruchten kam es regelmäßig zu Auseinandersetzungen und Schlägereien. Die Sozialarbeiter vor Ort erkannten dass die Konflikte der Jugendlichen möglicherweise durch gemeinsame Tätigkeiten beendet werden könnten. Da das gemeinsame Interesse letztendlich nur über den Boxsport bestand, wurde kurzer Hand ein Boxtrainer engagiert. Dieser hatte jedoch keine pädagogische Ausbildung und die Ergebnisse waren nicht wie erwünscht. Weshalb ich ins Spiel kam. Über eine Kommilitonin wurde der Kontakt hergestellt und ich startete im Herbst 2008 mit spartanischen Mitteln und einer Gruppe von ca. 20 jugendlichen Migranten die sich beweisen wollten. Schnell sprach sich in der Umgebung herum, dass im Jugendhaus Hammerschlag kostenloses Thaiboxtraining angeboten wird und somit kamen unterschiedliche Jugendliche mit unterschiedlichen Absichten zum Training. Ich musste eine klare Linie verfolgen und legte den Fokus auf Kameradschaft, Respekt und Fairness. Meine Plan ging auf. Auch wenn sich das Klientel stetig veränderte auch Mädchen- und Kindertraining angeboten wurde, so gab es immer einen festen Kern verschiedenster Kulturen unter einer Flagge.

 

2009 beendete ich mein Studium und widmete meine Diplomarbeit dem Thema "Die Bedeutung des Thaiboxen in der Sozialen Arbeit bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund".

Ich konnte meine wissenschaftliche Arbeit direkt in der Praxis anhand meiner Jugendlichen belegen. Das Projekt wurde über 7 Jahre lang finanziert. Erst als ich meinen Umzug nach München amtlich machte, beendeten wir das Projekt. Ich habe sehr viel in dieser Zeit über Jugendarbeit lernen können, aber auch über mich selbst und darüber wie man junge Menschen führt und motiviert.

 

Das selbe Projekt wie in Schorndorf startete ich 2012 in Kornwestheim. Dank der offenen Haltung und der finanziellen Bereitschaft der Sozialpädagogen dort, konnte ich ein Projekt mit dem selben Umfang umsetzen. 

Letztendlich übernahm ich 2012 die Leitung eines Jugendhaus in Bietigheim-Buch. Als ich das Jugendhaus übernahm, war kaum mehr eine aktiv am Jugendhaus Leben teilhabende Jugend vorhanden. Hauptsächlich über die Kooperation mit den umliegenden Hauptschulen habe ich es ermöglicht, über Boxprojekte mit den Schulen das Jugendhaus mit im Schnitt 20 Jugendlichen wieder zu beleben. Ein satter Erfolg. 

 

Zwischenzeitlich startete ich zeitlich begrenzte Kooperationen mit mehreren Gymnasien, aber auch mit Schulen für schwererziehbare Jugendliche und ein Projekt mit straffälligen Jugendlichen. Durch die Vielzahl an Klientel mit denen ich tag täglich zu tun hatte, musste ich zum einen eine enorme Flexibilität und Geduld entwickeln, zugleich aber ein Wertesystem bilden, das ich komprimiert und einfach an die Jugendlichen weiter geben konnte. 

Seit Januar 2016 wohne und lebe ich in München. Über meinen Arbeitgeber Condrobs habe ich die Tätigkeit wieder aufgenommen ein bis zweimal die Woche für 2 Stunden junge Flüchtlinge über den Boxsport zu betreuen und ihnen die Möglichkeit zu bieten ihre überschüssige Energie, ihren Frust und ihre Sorgen gesteuert zu kanalisieren. 

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